Geschichte


Ein Haus mit einer reichen Geschichte


Das Hotel „Pragser Wildsee“ kann auf eine mehr als hundertjährige erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Sein Erbauer war Eduard Hellenstainer, der älteste Sohn der berühmten Tiroler Wirtin „Frau Emma“. Das Hotel, das der angesehene Wiener Architekt Otto Schmid entwarf und das schon deshalb eine Sehenswürdigkeit ist, wurde am 10. Juli 1899 eröffnet. Schnell fand das Grandhotel seine Gäste – bald auch aus höchsten aristokratischen Kreisen der Donaumonarchie.
Schließlich erschien sogar der Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand, mit Familie und Gefolge am Pragser Wildsee. Er fiel wenig später, am 28. Juni 1914, in Sarajevo einem Attentat zum Opfer, das den Ersten Weltkrieg auslöste.

Das Hotel ist auch eng mit der Geschichte des weithin bekannten Geiseltransports verbunden, der am Ende des Zweiten Weltkrieges von der SS aus dem KZ Dachau nach Südtirol verschleppt wurde. Die 139 – zumeist prominenten – Gefangenen aus 17 Ländern Europas wurden am 30. April 1945 im nahen Niederdorf von der Deutschen Wehrmacht befreit und am selben Tag noch an den Pragser Wildsee gebracht. Dort nahm die Hotelbesitzerin Emma Heiss-Hellenstainer die Sippen- und Sonderhäftlinge auf und ermöglichte ihnen damit die Rückkehr ins Leben.

Das Hotel „Pragser Wildsee“ bietet seinen Gästen mit dem „ZeitgeschichtsArchiv Pragser Wildsee“ im Haus die Möglichkeit, dem dramatischen Geschehen von damals am Originalschauplatz nachzuspüren und den Ort zu erkunden, an dem vor mehr als sechzig Jahren europäische Geschichte geschrieben wurde. Das „ZeitgeschichtsArchiv Pragser Wildsee”, das seit dem Sommer 2006 im Hotel untergebracht ist, trägt dem geschichtsträchtigen Ort des Hauses und seines Umfeldes Rechnung. Es widmet sich mit seinen reichhaltigen Beständen folgenden zeitgeschichtlichen Themen:
– dem frühen Tourismus im Hochpustertal, der mit der Familie Hellenstainer eng verbunden ist,
– dem Beginn des Alpinismus in den Pragser Dolomiten, die von den berühmten österreichischen Bergsteigern Paul Grohmann (1838-1908) und Dr. Victor Wolf Edler von Glanvell (1871-1905) erschlossen wurden,
– der Dolomitenfront im Ersten Weltkrieg, die in der Nähe des Hotels verlief,
– dem Transport der Sippen- und Sonderhäftlinge aus dem KZ Dachau, die nach ihrer Befreiung im Hotel Aufnahme fanden und die hier zum ersten mal ein vereintes Europa vorlebten.

Dem Archiv ist außerdem eine Präsenzbibliothek angeschlossen, die auch interessierten Hotelgästen zur Verfügung steht. Im Hotel als Tagungsort finden Symposien und Seminare statt, die vom Archiv veranstaltet werden.



Hotel Pragser Wildsee - St. Veit 27 - 39030 Prags - Südtirol - Italien
Tel. +39 0474 748602 - E-Mail:  hotel@pragserwildsee.com
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